Einsatzgebiete von Ultraschall in der Medizin

Diagnostik:
Dieses Einsatzgebiet darf als das wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Verfahren genannt werden. Das erste „Durchschallungsbild“ eines menschlichen Schädels wurde bereits im Jahre 1942  vom Neurologen K.-T. Dussik aus Wien/Österreich mittles „Hyperphonografie (publiziert in der Zeitschrift für Neurologische Psychiatrie 1942) erstellt. Ende der 50er Jahre erlangte das anfangs mit Skepsis betrachtete Diagnoseverfahren eine weitgehende Akzeptanz in der klinischen Anwendung. Pionier in der Entwicklung und Fertigung von Systemen für die medizinische Anwendung war und ist auch heute noch der deutsche Siemens-Konzern. Mit Zunahme der Rechnerleistungen und Optimierung der Abtastverfahren kann man heutzutage bereits drei- und vierdimensionale Bilder für eine bessere Differenzialdiagnostik mit Ultraschalltechnologie erstellen (Spatial Compounding und Frequency Compounding). Die Ultraschalldiagnostik gilt als hochentwickeltes, zuverlässiges, schonendes, sicheres und nicht mehr wegzudenkendes Diagnoseverfahren in der klassischen Medizin.

 

Therapeutik:
Der therapeutische Einsatz von Ultraschall beruht grundsätzlich auf 3 unterschiedlichen Wirkparametern:
dem thermischen Effekt - hier wird mittels Ultraschall die kinetische Energie des Schalls innerhalb von Gewebe in Wärme umgewandelt (molekulare Kollusion). Um diesen Effekt zu erzeugen, verwendet man kontinuierliche Ultraschallwellen. Beim sogenannten mechanischen Effekt bewirken die Schallwellen eine Vibration im Gewebe, die zu einer sogenannten Mikromassage führen. In der physikalischen Medizin verwendet man hier auch gepulste Schallwellen, der Wärmeffekt bleibt hierbei aus. Der 3. Bereich ist die sogenannte Sonophorese (auch Phonophorese). Hier nutzt man die Eigenschaften des Ultraschalls für den transkutanen (unter die Haut gehenden) Transport von Wirkstoffen. Ultraschall bewirkt eine Optimierung der Durchlässigkeitseigenschaften von Gewebestrukturen und transportiert somit Wirkstoffe in tiefere Regionen des Organismus, die so gezielt anderweitig nicht erreicht werden können. In der Zahnmedizin nutzt man den Ultraschall seit geraumer Zeit für eine schonende Reinigung der Zähne. Zusätzliche Einsatzgebiete in der Medizin finden sich in den Bereichen Augenchirurgie, Trennung und Schweissen von Gewebe und Knochen, Tumortherapie, Reinigung von Gewebe, Keimabtötung und zur Biostimulation auf zellulärer Ebene. Ganz aktuell wurde im Jahre 2009 in der Schweiz (Universitätsspital Zürich) die ersten, nicht invasiven Hirnoperationen mittels Transkranieller-Hochenergetischer-Ultraschalltechnologie unter Beobachtung mit einem Magent-Resonanz-Tomographen erfolgreich durchgeführt.